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Das Andreaskreuz ist nicht nur ein Verkehrszeichen

11.04.09 (Kurioses & Erstaunliches)

Vielen wird das Andreaskreuz ein Begriff als Verkehrszeichen sein. Aber dass das Andreaskreuz auch für andere Zwecke als die Verkehrregelung verwendet, weiß sicher nicht jeder. Das Einsatzgebiet ist vielfältiger, als wir zunächst glauben.

„Crux decussata“, so die lateinisches Bezeichnung des Andreaskreuzes, besteht aus zwei diagonal verlaufenden sich kreuzenden Balken. Nach dem griechischen Buchstaben „Chi“- X-artig.

Der Name des Kreuzes geht auf den Apostel Andreas zurück, der an solch einem Kreuz gekreuzigt worden sein soll.

Das Andreaskreuz in verschiedenen Anwendungen

1. Am bekanntesten ist uns das Andreaskreuz als Verkehrsschild an Bahnübergängen. Hier besteht es aus zwei gekreuzten Balken mit roten Enden. Mit einem Blitz in der Mitte, wird eine elektrifizierte Bahnstrecke gekennzeichnet. Das Andreaskreuz an Bahnübergängen bedeutet: Die Schienenfahrzeuge haben Vorrang. Der Straßenverkehr muss sich mit gemäßigter Geschwindigkeit nähern und bei Näherung eines Schienenfahrzeuges warten.

Andreaskreuz

2. Auch in Fachwerkskonstruktionen ist das Andreaskreuz als Grundprinzip zu finden. Hier wird es zur Aussteifung von Bauteilen notwendigerweise eingesetzt. Außerdem wird das Andreaskreuz als Schmuckformen bei Fachwerkhäusern verwendet, wo es keine konstruktionsbedingte Aufgabe zu erfüllen hat.

3. Das Andreaskreuz hat in der Chemie ebenfalls eine Bedeutung. Hier wird als Gefahrsymbol reizende oder gesundheitsschädliche Stoffe eingesetzt.

Andreaskreuz

4. Als Schragen oder Schragenkreuz finden wir das Andreaskreuz in verschiedenen Wappen. Hier kommt das Kreuz auch als Heroldsbild im Wappen vor. Die Heraldik (Wappenwesen) hat noch einen älteren Ausdruck für das Andreaskreuz: Schildzehner, in Anlehnung an die römische Zehn (X).

5. In der Philatelie wird als Andreaskreuz eine Besonderheit beim Bogendruck bezeichnet. Es handelt sich um farbige Kreuze, die an der Stelle der letzten vier Briefmarken in einem Bogen stehen. Die österreichische Freimarkenausgabe vom 1. Juni 1850 weist die ersten Andreaskreuze der Philatelie auf. Da ein Druckbogen damals vier Schalterbögen zu je acht Zeilen und Spalten aufwies, ergab das 64 Briefmarken. Damals legte man besonderen Wert darauf, dass nur glatte Beträge entstanden. So kam die Idee, die vier letzten Felder frei zu lassen, was den Fälscher Tür und Tor geöffnet hätte. So wurde beschlossen, durch den Aufdruck eines Andreaskreuzes, die restlichen leeren Felder unbrauchbar zu machen.

6. Das Andreaskreuz wird auch als nationales und politisches Symbol benutzt. Zum Beispiel in der Flaggen verschiedener Länder, z.B. das Carlistenkreuz, die Flagge Schottlands oder Jerseys.

7. Das Andreaskreuz hat auch für die Bondage- und SM- Praktiken eine Bedeutung. Hier handelt es sich um bis zu 2,40 Meter hohe Kreuze, die zur Fixierung von Armen und Beinen Haken und Ösen an den Balkenenden aufweisen. Diese Kreuze für den leichteren Transport und wegen der Platzersparnis häufig zerlegbar konstruiert und mit Leder oder Kunstleder ausgestattet und gepolstert. Diese speziellen Kreuze werden meist an Wänden befestigt. Es gibt sie auch freistehend.

Quelle: wikipedia