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Beate Uhse – faszinierend, oder?

23.07.11 (Kurioses & Erstaunliches)

Beate Uhse – ein Name, den fast jeder kennt. Faszinierend für die einen, unmöglich für die anderen.

In der Regel wird ihr Name mit Sex, Erotik und Pornografie in Verbindung gebracht, nicht ganz unbegründet. Immerhin eröffnete sie im Jahr 1962 in Flensburg den ersten Sexshop der Welt. Damals unter dem Titel „Fachgeschäft für Ehehygiene“. Wie sich später herausstellte, eine grandiose Gschäftsidee.

Viele ihrer Zeitgenossen hatten kein Verständnis. Die Unternehmerin Beate Uhse wurde bis 1992 über 2000 Mal angezeigt.

Der Lebensplan von Beate Uhse sah anders aus.

Sie wurde als jüngstes Kind des Landwirts Köstlin und einer Ärztin am 25. Oktober 1919 im ostpreußischen Wargenau geboren. Die günstige Elternkonstellation führte sicher dazu, dass Beate und ihre Geschwister aufgeklärter waren als viele ihrer Zeitgenossen. Das spielte zu diesem Zeitpunkt keine Rolle, war aber die Grundlage für ihren späteren Erfolg.

Zunächst absolvierte sie die Schulausbildung, war ein Jahr in England als Au-pair und auf Wunsch ihrer Eltern, machte sie eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin. Diese Arbeit füllte sie nicht aus.

Seit früher Kindheit interessierte Beate Uhse für die Fliegerei.

Ihre Karriere als Pilotin begann in der Fliegerschule Rangsdorf. Dort erwarb sie an ihrem 18. Geburtstag den ersten Flugzeugführerschein. Sie wechselte 1937 zur Bücker Flugzeug GmbH in Rangsdorf, erwarb weitere Flugzeugführerscheine und wurde als Pilotin eingestellt. Dort lernte sie den Fluglehrer Hans-Jürgen Uhse kennen, ihren späteren Ehemann, mit dem sie 1943 Sohn Klaus bekam. Hans-Jürgen Uhse verunglückte 1944 tödlich.

1942 wechselte Beate Uhse von Bücker zu den Flugzeugreparaturwerk Alfred Friedrich in Strausberg bei Berlin.

Nach den Krieg strandete sie mit ihrem Sohn in Flensburg.

Beate Uhse heiratete ein zweites Mal. Ehemann Ernst-Walter Rotermund brachte Sohn Dirk mit in die Ehe und hatte mit Beate einen weiteren Sohn. Die Ehe wurde 1972 geschieden.

Nach Ende des Krieges wurde der Pilotin Uhse, wie allen Piloten Deutschlands, das Fliegen von den alliierten Mächten untersagt.

Mühselig schlug auch Beate sich mit Schwarzmarktgeschäften durchs Leben. Sie erkannte, dass die Frauen in der Nachkriegszeit Angst hatten, Kinder in diese zerstörte Welt zu setzen.

Die Idee, eine Broschüre über die Verhütungsmethode nach Knaus-Ogino herauszugeben, war der Anfang ihrer zweiten Karriere. Der Verkauf dieser Broschüre brachte weiteres Kapital für die Ausweitung ihres „Betu-Versands“. Der Versand von Kondomen und „Ehebüchern“ boomte. Trotz allerVoruteile wurde Beate Uhse immer häufiger zu Sexualität und Erotik befragt.

1951 gründete die Unternehmerin mit vier Angestellten das „Versandhaus Beate Uhse“. Auch dieser Versandhandel entwickelte sich zu einem gewinnbringenden Geschäft.

Ihre unternehmerischen Aktivitäten brachten ihr eine Absage beim „Börsenverein des Deutschen Buchhandels“ ein. Sie war nicht seriös, eher verrucht.

Auch im privaten Bereich fehlte es an Akzeptanz. So verweigerte ihr der Tennisclub in Flensburg die Mitgliedschaft. 1999 wurde sie zur Ehrenbürgerin Flensburgs ernannt, ihr Erfolg hatte sich durchgestzt.

Sie war finanziell in der Lage, sich ihr erstes eigenes Flugzeug, eine Cessna 172, zu kaufen.

1983 wurde bei Beate Uhse Magenkrebs diagnostiziert. Sie konnte ihn besiegen und starb später am 16. Juli 2001 in St. Gallen in der Schweiz an den Folgen einer schweren Lungenentzündung.

In Berlin können Sie das 1996 eröffnete „Beate Uhse Erotik-Museum“ besuchen. 1999 ging die Beate Uhse AG an die Börse.

Übrigens: Beate Uhse war im zarten Alter von 15 Jahren hessische Meisterin in Speerwerfen, arbeitete als erste und einzige Frau Deutschlands als Stunt-Pilotin und erwarb im Alter von 75 Jahren den Tauchschein – faszinierend diese Frau, oder?

Quelle: wikipedia.de