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Schokolade – das Aphrodisiakum aus der Apotheke

15.03.09 (Kurioses & Erstaunliches)

Wer denkt heute beim Genießen von Schokolade an die wechselvolle Geschichte der Kakaobohne? Wer weiß, wann Schokolade erfunden wurde? Was haben die spanischen Eroberer Kolumbus oder Cortés damit zu tun? Warum musste die Conche erfunden werden?

Geschichtliches

Die Geschichte der Schokolade begann vermutlich vor 3500 Jahren. Im Tiefland der mexikanischen Golfküste machten sich die Olmeken erstmals daran, die Kakaopflanzen zu nutzen.

Die Mayas bauten den Kakao an, etwa um 600 n. Chr.. Zu Ehren des Kakaogottes Ek Chuah feierten sie im April ein Fest mit Tieropfern und Geschenken, denn die Kakaopflanze war nach Meinung der Mayas göttlichen Ursprungs.

Das mit kaltem Wasser vermischte Kakaogetränk wurde von den Azteken „Xocolatl“ genannt. Die Flüssigkeit wurde mit einem Holzquirl schaumig geschlagen und verzehrt.

Da dem Kakao berauschende Eigenschaften zugeschrieben wurden, war er nach Ansicht der Azteken für Frauen und Kinder ungeeignet. Getrunken wurde der Kakao von Kriegern, Priestern und von zur Opferung vorgesehenen Personen.

Die Kakaobohne war nicht nur ein Getränk, sondern hatte sich zum Zahlungsmittel entwickelt. Nur wenn sie von perfekter Qualität waren, waren sie etwas wert.

Als Christoph Kolumbus Amerika entdeckte, erkannte er die Bedeutung des Kakaobaumes nicht. Die Azteken boten im „Xocolatl“ an, aber er verabscheute das bittere Getränk.

Der spanische Eroberer Hernán Cortés und ein Mitglied seiner Expedition, der Eroberer Castillo, der einen Augenzeugenbericht über die Eroberung von Mexiko durch Cortés verfasste, berichteten von dem Verzehr des kakaohaltigen Getränkes durch den aztekischen König Moctezuma II. in großen Mengen.

Moctezuma II.

Moctezuma II. (1465-1620)

(dargestellt von Antonio de Solis, 1715)

Cortéz

Cortéz ( 1458-1547)

(Museo de America, Madrid)

Castillo

Castillo (1492-1581)

Cortés brachte den Kakao 1528 nach Europa. Am spanischen Hof wurde aber erst 1544 Schokolade als Getränk verzehrt. Für europäische Zungen war das ungesüßte Getränk zu bitter, ungewohnt. Schnell kam man auf die Idee, die Schokolade mit Honig oder Rohrzucker zu süßen.

Die erste Schokolade wurde vom Holländer Jan Jantz von Huesden in Bremen im Jahre 1673 ausgeschenkt. Kakaobohnen waren zu diesem Zeitpunkt sehr teuer. Schokolade konnten sich darum nur reiche Adlige leisten.

Der Holländer Coenraad Johannes van Houten erfand die Pressung und Zermahlung der Kakaofrucht. Durch die Pressung wird die Kakaobutter vom Kakao abgespalten. Ein Vorgang, der bis heute erhalten geblieben ist.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts empfahlen Apotheker Schokolade als Kräftigungsmittel und Aphrodisiakum. Schokolade war als Medizin eingeführt.

Der Kakaobaum

Der schwedische Naturwissenschaftler Carl von Linné gab dem Kakaobaum seinen botanischen Namen: Theobroma cacao. Dabei kommt „theos“ aus dem Griechischen und heißt „Gott“. „broma“ ist die Speise.

Der Kakaobaum wächst im Unterholz der lateinamerikanischen Regenwälder. Es gibt ungefähr 20 verschiedene Arten, die als immergrüne Büsche und kleine Bäume auftreten. Ein Kakaobaum kann bis zu 15 Metern hoch werden.
Die heute auf Plantagen angebauten Bäume werden auf vier Meter geschnitten. Die Blätter können bis zu 35 Zentimeter lang werden. Die Blüten und damit auch die Früchte, die eine ledrige Schale haben und bis 500 Gramm wiegen können, wachsen direkt am Stamm.

Kakaofrüchte am Stamm

Kakaofrüchte am Stamm

In fünf Reihen sind zwischen 30 und 60 weiße Samen (Kakaobohnen) angeordnet, von einer extrem harten Schale geschützt. Die Kakaobohnen sind in einem schleimigen, süßen, schmackhaften Fruchtfleisch eingebettet.

Frucht des Kakaobaumes

Frucht des Kakaobaumes

Herstellung von Schokolade

Die Kakaofrüchte werden auch heute ohne technische Hilfe mit der Machete geerntet. Das Fruchtfleisch wird noch auf der Plantage zum Gären gebracht und fließt aus den Früchten. Die Samenkapseln werden herausgelöst und in der Tropensonne getrocknet.
Danach werden die Kakaobohnen bei 100 bis 160 Grad Celsius geröstet und in einem Mahlwerk in kleine Stücke geteilt. Die Schalenteile werden entfernt und es bleibt der Kakaobruch, der nochmals gemahlen wird. Die Kakaobutter tritt aus und verbindet die Bruchteile zur Kakaomasse.

Kakaopulver entsteht durch Pressen der flüssigen Kakaomasse. Dabei fließt die Kakaobutter ab und der Rest (Kakaopresskuchen) wird wiederum gemahlen.

Die Kakaomasse wird mit Zucker, eventuell Kakaobutter und/oder getrockneten Milchprodukten gemischt. In Walzwerken wird die Mischung zu einer hochpastösen Masse vermahlen.

Schokoladenwalze

Schokoladenwalze um 1900

Dadurch wird besonders die Größe der Zuckerkristalle reduziert und einer Sandigkeit der Schokolade vorgebeugt.

1879 entwickelte Schweizer Rudolphe Lindt die Conchiermaschine, die die brüchige und sandige Masse in ein feincremig-zartschmelzendes Produkt verwandelt und die Qualität der Schokolade weitestgehend verbessert.

Entstehung des Namens

Die Spanier sind Schuld, dass Schokolade heute „Schokolade“ heißt. Die Maya nannten die Schokolade „Chocol haa“ und die Azteken „xocolatl“. Die Spanier waren nicht in der Lage „tl“ zu sprechen und machten ein „te“ daraus. So entstand “Chocola te”.

Quelle: wikipedia

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