Das Besonderes am Ig-Nobelpreis
11.02.09 (Kurioses & Erstaunliches)
Der Nobelpreis ist jedem bekannt. Er wird für herausragende Leistungen auf den Gebieten Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Literatur und für Friedensbemühungen verliehen.
Alfred Nobel, der schwedische Chemiker und Erfinder, hat durch seine Arbeit ein riesiges Vermögen verdient. Er gilt unter anderem als der Erfinder des Dynamits und ist der Stifter des Nobelpreises, der 1901 das erste Mal vergeben wurde.
Finanziert wird der hoch dotierte Preis aus den Zinsen seines Vermögens. Jährlich am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel, werden die Preise vergeben. Eine äußerst ernstzunehmende Angelegenheit.
Weniger ernst zu nehmen ist die Verleihung des Ig-Nobelpreises. Das können Sie sich denken. Der Ig-Nobelpreis auch Anti-Nobelpreis* genannt, ist eine satirische Auszeichnung.
Der Preis wird seit 1991 jährlich von der Harvard-Universität in Cambridge (USA) vergeben. Ausgezeichnet werden unnütze, unwichtige oder skurrile wissenschaftliche Arbeiten.
Auch hier gibt es strenge Bedingungen für die Nominierung. Die Entdeckung oder Erfindung darf nicht wiederholt werden können oder sollte nicht wiederholt werden. Keiner darf zuvor eine ähnliche Arbeit geschrieben haben. Die Wissenschaftszeitschrift Nature sagt, dass die Arbeiten, die zuerst ein Lachen verursachen und später zum Nachdenken anregen, in den Kreis der Favoriten aufgenommen werden.
In der Jury für den Ig-Nobelpreis sitzen Redakteure des Magazins „Annals of Improbable Research und Mitarbeiter der Harvard- und der Radcliffe-Universität.
Ein Preisträger ist zum Beispiel der Schöpfer von „Murphys Gesetz“. Im Jahr 2005 erhielten Claire Rind und Peter Simmons von der Universität Newcastle einen Ig-Nobelpreis für Frieden. Sie erforschten die Reaktionen von Heuschrecken beim Ansehen von „Star Wars“.
Die Bekanntgabe der Ig-Nobelpreisträger erfolgt wie bei den echten Nobelpreisträger im Oktober jeden Jahres. Ort des Geschehens – das Sanders-Theater der Harvard-Universität. Der Preis, der in einer Show vergeben wird, die der Oscar-Verleihung ähnlich ist, ist heute keine Schande mehr. Es spricht ein breites Publikum an und kann über Zuschauermangel nicht klagen.
Seit einigen Jahren erhalten die Preisträger ihre Preise sogar aus den Händen von echten Nobelpreisträgern. Die anschließende Dankesrede der Preisträger kann ein Problem werden. Sie darf nur sieben Worte umfassen.
Der Physik-Nobelpreisträger von 2005, Roy Glauber, ist Professor an der Harvard-Universität und durfte während der Preisverleihungszeremonie die zahlreichen Papierflieger, mit denen die Preisträger beschossen wurden, von der Bühne fegen.
Also, immer schön über blödsinnige Dinge nachdenken (Murphys Gesetz gibt es schon) und was Tolles aufschreiben. Wer weiß, vielleicht bekommen auch Sie bald einen der begehrten Preise aus der Hand eines echten Nobelpreisträgers.
Übrigens: Alfred Nobel hat in seinem Testament keinen Preis für Mathematik eingeplant. Er als Praktiker sah die Mathematik als „Hilfswissenschaft“ und konnte sie vermutlich nie gut leiden. Der Mathematik traute er nicht zu, die Menschheit voranbringen zu können.
Es gibt zwei Anekdoten, die erklären sollen, warum es keinen Preis für Mathematik gibt. Alfred Nobel verehrte eine Frau, die einem Mathematikprofessor den Vorzug gab. Aus Ärger darüber soll er den Preis dafür sogar nachträglich aus seinem Testament gestrichen haben.
Und die zweite ist noch unwahrscheinlicher. Es wird behauptet, dass seine Frau ihn mit einem Mathematiker betrogen haben soll. Wenn er lebte, hätte er gesagt: „Ich habe gar keine Frau.“, denn er war niemals verheiratet.
* englisch: ignoble – schmachvoll, unwürdig, schändlich
Quelle: wikipedia
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