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Hat der Bismarckhering seinen Namen vom Reichskanzler?

08.06.09 (Kurioses & Erstaunliches)

Ja, er hat, wahrscheinlich. Die Geschichte, wie der Bismarckhering zu seinem Namen kam, ist eigentlich ganz einfach und logisch.

Der Fischhändler Johann Wiechmann aus Stralsund hat dem Reichskanzler Otto von Bismarck im Jahre 1871 ein Fässchen mit eingelegtem Heringsfilet zugeschickt. Die Heringe schmeckten dem Reichskanzler so außerordentlich gut, das er dem Fischhändler Wiechmann das Privileg erteilte, seine sauer eingelegten Heringe als „Bismarckheringe“ zu verkaufen.

Andere behaupten es sei nicht ein Fischhändler aus Stralsund, sondern ein Wirt aus Flensburg gewesen, der den Reichskanzler mit sauer eingelegtem Hering erfreut hat und die besagte Erlaubnis erhielt.

Egal, ob es nun ein Fischhändler oder ein Wirt war. Die Freunde des Fisches kommen in jedem Fall auf ihre Kosten und sind dem Erfinder des sauren Vergnügens dankbar für die gute Idee.

Die Idee selbst stammt direkt aus dem 19. Jahrhundert. Der sauer eingelegte Hering brachte eine neue Möglichkeit, Fisch haltbar zu machen. Wohlschmeckend konserviert, konnte er zur Zeit des entstehenden Eisenbahnnetzes von Nord- und Ostseeküste ins Binnenland transportiert werden und der Absatz entwickelte sich. Der Transport erfolgte in Holzfässern.

Die Bismarckheringe sind Heringslappen, die durch eine saure Marinade aus Essig, Öl, Zwiebeln, Senfkörnern und Lorbeerlaub, konserviert werden. Der Essig hat neben der Konservierung den Vorteil, kleine Gräten zu zerstören. Nichts ist störender als viele Gräten. Das wissen Sie!

Die gleichen Heringslappen werden auch für Rollmöpse verwendet.

Bismarckheringe werden in Österreich so wie in Deutschland zubereitet, heißen aber hier „Russen“.

Verzehrt werden Bismarckheringe als Beilage zu Bratkartoffeln oder als Belag auf Brot und Brötchen. Pur schmecken sie übrigens auch.

Guten Appetit!

Quelle: wikipedia

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