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Tag 1-Vincent

05.03.08 (Katzensolo)

Schön Sie zu sehen. Ich muss Ihnen unbedingt erzählen, was mir heute passiert ist. Ein Kater– nein, ich fange von vorn an.

Ich saß vor der Haustür. Ein paar Sonnenstrahlen wärmten mir das Fell. Es war urgemütlich. Ich dachte nach… und dachte nach… und plötzlich war ich eingeschlafen. Na ja, wie Katzen so schlafen. Sie wissen, was ich meine.

Ich träumte vom Topmodel, von Suzi Kentikian, wie sie Biathlon läuft und solchen Quatsch. Dabei ist die „Killerqueen“ im Boxenring meine Favoritin. Wie sie so ran geht, super. Klein und wendig. Erinnern Sie sich, als sie mit Stefan Raab zur Probe (ich meine Sparring) geboxt hat? Da er hat er eins aufs M…Gebiss gekriegt. Er meinte zum Trainer:“Ej, die macht ja ernst.“ und der: „Nein, nein, das ist Spaß“. War echt lustig.

Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, der entzückende Kater. Jedenfalls drömelte ich so für mich hin, als ein winziges Geräusch um die Ecke kommt. Ich öffnete knapp das rechte Auge und was sehe ich? Ein paar schwarze Katzenohren. Sofort nahm ich Haltung an und war auf alles gefasst. Die Ohren wagten sich tatsächlich einen Schritt vor. Ich fühlte, wie sich meine Schwanzhaare aufstellten (ich wirke dann sehr bedrohlich). Die schwarzen Ohren nahmen Stellung kurz über dem Pflaster. Mir kräuselten sich die Rückenhaare. Das war unerhört, fremde Katzenohren in meinem Revier! Mit einem Schritt kamen die Ohren hinter der Ecke vor. Ein grau getigerter Kater. Hübscher Kerl, wirklich süß. Aber natürlich stehe ich darüber. Ich bitte Sie, ich bin 15 Jahre! Während ich über vergangene Tage nachdachte, stellte er sich vor: „Vincent, Vincent ist mein Name. Ich will dich nicht stören, aber ich wollte dich kennenlernen. Schließlich sind wir Nachbar.“ Und er rollte so süß mit den Augen.

Wissen Sie, ich bin todmüde, ich war wieder auf der Tastatur eingeschlafen. Verzeihen Sie mir, besuchen Sie mich morgen wieder? Gute Nacht.