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Murphys Gesetz oder was alles schief gehen kann

01.04.09 (Kurioses & Erstaunliches)

Um es gleich vorweg zu sagen. Zu Murphys Gesetz gibt es ein Gegenstück. Der eine kennt Murphys Gesetz, der andere kennt es nicht. Aber das ist egal, jeden trifft es. Es lautet in seiner gängigen Form:

„Alles, was schief gehen kann, wird auch schief gehen.“

Murphys Gesetzt geht auf den US-Amerikaner Captain Edward A. Murphy zurück. Er war Ingenieur und nahm im Jahr 1949 auf einem Testgelände in Kalifornien am Raketenschlitten-Programm der US-Air Force teil.

Bei diesem Programm sollte herausgefunden werden, welche Beschleunigungen der menschliche Körper aushalten kann. Ein Experiment erwies sich als besonders kostenintensiv. Hierbei wurden 16 Messsensoren am Körper einer Testperson befestigt.

Für die Befestigung der Sensoren gab es zwei Möglichkeiten, die richtige und eine Befestigung, die um 90 Grad verschoben war. Jemand schloss alle Sensoren falsch an und das kostspielige Experiment schlug fehl. Daraufhin formulierte Murphy sein Gesetz, dass ursprünglich so lautete:

„Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder sonst wie unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genau so machen.“

Später haben sich mit Murphys Gesetz vorwiegend Naturwissenschaftler beschäftigt. Es wird in der Technik (Informatik, Qualitätssicherung) als Maßstab für Fehlervermeidungsstrategien eingesetzt. Das eigentlich aus Lebenserfahrung entstandene Gesetz hat nun eine ernste Basis bekommen.

Thomas Städler hat über Murphys Gesetz einen fingierten Lexikonartikel* geschrieben und ihn in das Lexikon der Psychologie eingesetzt. Darin steht, dass Murphys Gesetz eine Lebensweisheit ist, die eine Aussage über menschliches Versagen bzw. über Fehlerquellen in komplexen Systemen macht.

Im Jahr 2003 wurde die Entwicklung von Murphys Gesetz mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet.
Glücklicherweise gibt es Yhprums Gesetz und das lautet:

„Alles, was funktionieren kann, wird auch funktionieren.“

Na bitte! Wir können uns aussuchen, was uns besser gefällt.

Der Professor für politische Ökonomie an der Harvard University formuliert Yhprums Gesetz noch anders: „ Systeme, die nicht funktionieren sollten, tun es manchmal doch.“ Wie Recht er hat, wissen wir alle.

Vielleicht ist es jemandem aufgefallen: „Murphy“ von rechts nach links gelesen ergibt „Yhprum“ und ist ein Ananym, das eine besondere Form des Pseudonyms darstellt.

* auch Nihilartikel oder U-Boot genannt, frei erfundener Eintrag in einem Lexikon zu Personen oder Dingen, die es in Wirklichkeit nicht gibt (Es wird vermutet, dass jedes Lexikon solche fingierten Artikel enthält)