Der Schnellkochtopf des 17. Jahrhunderts
01.02.09 (Kurioses & Erstaunliches)
Erstaunlicherweise gibt es den patentierten Schnellkochtopf bereits seit dem 17. Jahrhundert. Der Erfinder ist ein Physiker mit Namen Denis Papin.

Denis Papin um 1706
Denis Papin wurde am 22. August 1647 in Blois (Frankreich) geboren. Eigentlich war er Doktor der Medizin. Diese Wissenschaft hatte ihn nicht ausgefüllt und er beschäftigte sich überwiegend mit physikalischen Problemen.
Papin wurde als Erfinder, als Pionier der Dampfmaschine und des U-Bootes bekannt. Und er war der Erfinder des ersten Schnellkochtopfes.
1675 zog es Denis Papin nach London und 1679 erfand er das Kochen unter gespanntem Dampf. Er konstruierte einen Dampfdruck-Kochtopf. Bei der ersten Vorführung vor der Royal Society explodierte dieser. Papin ließ nicht locker und war überzeugt, einen funktionierenden Topf für die schnelle Garung von Lebensmittel zu entwickeln. Er tüftelte so lange, bis er ein Sicherheitsventil entwickelt hatte, das bei zu großem Druck, den Dampf abblasen lässt. Für seinen nun sicher funktionierenden Schnellkochtopf bekam er 1681 in Paris die Patentschrift. Auch heute gibt es keinen Schnellkochtopf ohne Sicherheitsventil.

Dampfdruckkocher um 1860, Fabrikat Georg Gutbrod (Stuttgart)
Genau ist nicht mal das Todesjahr von Denis Papin bekannt. Er starb vermutlich 1712 in London, in großer Armut. Es ging ihm wie vielen anderen Entdeckern und Erfinder, erst nach dem Tod kommt der Ruhm.
Wer nun glaubt, es sei der erste Topf seiner Art gewesen, der irrt. Es gab da zwischen dem 1. und dem 3. Jahrhundert in Alexandria (Nordafrika) eine Jüdin, die heute als Begründerin der Alchemie gilt und die bedeutendste Alchemistin der Antike war, Maria die Jüdin oder Maria Prophetissa. Ihr wird der erste Schnellkochtopf aller Zeiten zugeschrieben. Dazu ist nur wenig überliefert.
Marie die Jüdin war ein genialer Kopf. Neben dem Sandbad zum kontrollierten Erhitzen von Chemikalien, dem Destillierapparat und dem Mistbeet, geht die Erfindung des beheizbaren Wasserbeckens Bain-Marie auf Maria zurück. Die Bain-Marie (Bad der Marie, Wasserbad) wird noch heute in der Gastronomie verwendet und ist ein doppelwandiger Topf zum Warmhalten von Speisen. Für den häuslichen Gebrauch wird die Bain Marie Bowl in einen anderen wassergefüllten Topf gesetzt(siehe Foto).

Bain Marie Bowl
Quelle: Wikipedia
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19.04.10 um 10:38
Kompliment – macht Spaß auf diesem Blog zu lesen – weiter so!
20.05.10 um 10:38
Danke für den interessanten und mit Vergnügen gelesenen Artikel – eine gelungene Lektüreempfehlung